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Lieferantenbewertung Vorlage: Matrix und Formeln

11–16 Minuten
Lieferantenbewertung Vorlage: Matrix und Formeln, Beitragsbild

Eine Lieferantenbewertung-Vorlage ist eine wiederverwendbare Tabelle, mit der du Qualität, Liefertreue, Kosten und weitere Kriterien nachvollziehbar bewertest. Du vergibst Punkte, gewichtest die Kriterien und dokumentierst die Belege. So vergleichst du Lieferanten anhand derselben Maßstäbe und leitest konkrete Maßnahmen ab.

Du kannst die Vorlage direkt herunterladen oder in Excel oder Google Sheets nachbauen. Sie enthält sechs Kriterien, eine Skala von 1 bis 5, einfache Formeln und ein vollständig durchgerechnetes Beispiel. Alle Lieferantennamen und Beispielwerte sind fiktiv. Die Gewichte und Schwellen sind redaktionelle Vorschläge, keine gesetzlichen oder normativ vorgeschriebenen Grenzwerte.

Lieferantenbewertung auf einen Blick
  • Bewerte vergleichbare Lieferanten mit identischen Kriterien und Zeiträumen.
  • Lege Gewichte vor der Punktevergabe fest und prüfe, ob sie zusammen 100 % ergeben.
  • Halte pro Bewertung eine Quelle, einen Verantwortlichen und eine Maßnahme fest.
  • Nutze die Gesamtpunktzahl als Entscheidungshilfe, nicht als automatischen Freigabebeschluss.

Wie sieht eine direkt nutzbare Lieferantenbewertung-Vorlage aus?

Eine nutzbare Lieferantenbewertung besteht aus Stammdaten, gewichteten Kriterien, nachvollziehbaren Belegen und einer Entscheidung. Die folgende Struktur ist bewusst klein gehalten. Sie funktioniert für die regelmäßige Bewertung eines bestehenden Lieferanten und kann für den Vergleich mehrerer Anbieter dupliziert werden.

1. Kopfbereich und Bewertungsmatrix

Vorlage

Lieferantenbewertung Vorlage

Kopfbereich und gewichtete Kriterienmatrix für die regelmäßige Bewertung eines Lieferanten. Alle Beispielwerte sind fiktiv.

Kopfbereich
Lieferanten-ID
LF-042Eindeutige Zuordnung im Einkauf
Lieferant
Musterteile Nord GmbH (fiktiv)Name des bewerteten Anbieters
Warengruppe
Standard-BauteileVergleichsgruppe definieren
Bewertungszeitraum
01.07. bis 30.09.2026Gleiche Zeitbasis für alle Vergleichslieferanten
Datenstand
ERP-Auszug vom 01.11.2026Belegbasis mit Stichtag
Verantwortlich
Teamleitung EinkaufEine namentlich benannte Person
Freigabestatus
Prüfung offenEntscheidung getrennt vom Score
Muss-Kriterien
Alle erfüllt, Nachweis abgelegtZwingende Anforderungen getrennt vom Score prüfen
Maßnahme und Frist
Terminplan bis 30.11.2026Konkrete Folge der Bewertung
Nächste Überprüfung
31.01.2027Individuell festgelegter Folgetermin
Bewertungsmatrix
BewertungskriteriumGewichtung (%)Punkte 1 bis 5Gewichtete PunkteNachweis
Qualität3041,20Prüfprotokoll, Reklamationen
Liefertreue2530,75Bestell- und Wareneingangsdaten
Gesamtkosten2051,00Angebots- und Kostenvergleich
Service1040,40Reaktions- und Lösungszeiten
Versorgungsrisiko1030,30Kapazitäts- und Risikoauskunft
Nachhaltigkeitsnachweise540,20Prüfbare, relevante Dokumente
Excel-DateiWord-DateiKostenlos, ohne Anmeldung.

Verwende für jeden Lieferanten dieselbe Warengruppe und denselben Bewertungszeitraum. Vergleiche keinen Rohstofflieferanten mit einem IT-Dienstleister, nur weil beide im selben System stehen. Unterschiedliche Leistungen brauchen eigene Kriterien und Gewichte.

2. Formeln für die Auswertung

Baue die Matrix in einem Tabellenblatt namens Bewertung nach und ergänze die Berechnung wie in dieser Tabelle. Trage die Gewichte als ganze Prozentzahlen ein, also 30 für 30 %. Die Bewertungen reichen von 1 (schwach) bis 5 (sehr gut). Die Werte in der Beispielspalte sind fiktiv.

BewertungskriteriumGewichtung (Spalte B)Punkte (Spalte C)Formel für Spalte DNachweis (Spalte E)
Qualität (Zeile 2)304=B2*C2/100Prüfprotokoll, Reklamationen
Liefertreue (Zeile 3)253=B3*C3/100Bestell- und Wareneingangsdaten
Gesamtkosten (Zeile 4)205=B4*C4/100Angebots- und Kostenvergleich
Service (Zeile 5)104=B5*C5/100Reaktions- und Lösungszeiten
Versorgungsrisiko (Zeile 6)103=B6*C6/100Kapazitäts- und Risikoauskunft
Nachhaltigkeitsnachweise (Zeile 7)54=B7*C7/100Prüfbare, relevante Dokumente
Gesamt (Zeile 8)=SUMME(B2:B7)=SUMME(D2:D7)Ergebnis: 3,85 von 5

Wichtig: Die Tabelle gilt für ein Blatt mit den Spalten A bis E, wie in der Vorlage oben. Beginnen deine Kriterien nicht in Zeile 2, passe die Zellbezüge an. Trage die Formeln in die Spalte D ein. Verwende in B8 die Gewichtsprüfung =SUMME(B2:B7); das Ergebnis muss 100 sein. Alternativ berechnet =SUMMENPRODUKT(B2:B7;C2:C7)/100 in einer deutsch lokalisierten Excel-Version direkt die Gesamtpunktzahl. Die Formeln setzen numerische Eingaben voraus. Je nach Tabellenprogramm und Sprache können Funktionsnamen oder Trennzeichen abweichen.

Wenn du die Matrix für drei Lieferanten brauchst, lege für jeden Lieferanten ein eigenes Blatt an und behalte die Gewichte unverändert. Ergänze ein Übersichtsblatt mit Lieferanten-ID, Zeitraum, Gesamtpunktzahl, offenen Risiken, Entscheidung und Link zur jeweiligen Bewertung. Eine einzige Zahl ohne Nachweis ist keine belastbare Lieferantenakte.

Welche Kriterien gehören in die Lieferantenbewertung?

Geeignete Kriterien bilden die tatsächlichen Anforderungen deiner Warengruppe ab. Preis allein reicht selten. Der IHK-Praxisleitfaden zur nachhaltigen Lieferkette nennt Preis, Lieferzeit und Qualität als klassische Beschaffungskriterien. Die SAP-Dokumentation unterscheidet unter anderem Preis-, Qualitäts-, Mengen- und Zeitkennzahlen. Das sind sinnvolle Ausgangspunkte, keine Pflichtliste für jedes Unternehmen.

Balkendiagramm der Gewichte von sechs Bewertungskriterien, Qualität mit 30 % an der Spitze.
Die Gewichte sind ein Vorschlag und müssen zusammen 100 % ergeben.
BewertungskriteriumLeitfrageMöglicher objektiver NachweisTypische Fehlerquelle
QualitätWie zuverlässig erfüllt der Lieferant Spezifikationen?Prüflose, Abweichungen, ReklamationenUnterschiedliche Fehlerdefinitionen
LiefertreueKommt die vereinbarte Menge zum bestätigten Termin?Bestellung, Bestätigung, WareneingangGeänderter Termin wird unbemerkt als Soll verwendet
GesamtkostenWas kostet die Leistung einschließlich relevanter Nebenkosten?Angebote, Fracht, Nacharbeit, RetourenNur Stückpreis statt vergleichbarer Kostenbasis
ServiceWie schnell und wirksam werden Probleme gelöst?Tickets, Eskalationen, MaßnahmenprotokolleSubjektive Einzelmeinungen
VersorgungsrisikoKann der Lieferant bei Ausfällen oder Spitzen liefern?Kapazitätsauskunft, Alternativstandorte, NotfallplanFehlende Informationen werden als Sicherheit gewertet
Nachhaltigkeit und NachweiseLiegen die für die Warengruppe relevanten Belege vor?Selbstauskunft, Audit, ZertifikatsprüfungZertifikat ohne Prüfung von Geltungsbereich und Aktualität

Die Gewichtung hängt vom Beschaffungsfall ab. Für sicherheitskritische Komponenten kann Qualität entscheidend sein. Bei standardisierten Verbrauchsgütern können Verfügbarkeit und Gesamtkosten stärker ins Gewicht fallen. Der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) beschreibt Lieferantenmanagement als Verbindung von Auswahl, Leistungsbewertung und Entwicklung. Das spricht für eine Bewertung, die später konkrete Maßnahmen auslöst.

Trenne Leistung von Risiko: Ein Lieferant kann zuverlässig liefern und gleichzeitig ein hohes Konzentrationsrisiko darstellen. Halte kritische Risiken zusätzlich in einem separaten Feld fest. Ein hoher Durchschnitt darf ein zwingendes Ausschlusskriterium nicht kompensieren.

Wie vergebe ich Punkte von 1 bis 5?

Eine vorab definierte Skala macht Bewertungen zwischen Teams und Zeiträumen vergleichbar. Lege die Bedeutung der Stufen fest, bevor du Lieferantendaten ansiehst.

PunkteBedeutungDokumentation
Stufe 5Anforderungen deutlich übertroffenKonkreter, belegter Mehrwert
Stufe 4Anforderungen erfülltRelevante Nachweise vorhanden
Stufe 3Anforderungen überwiegend erfülltEinzelne, dokumentierte Abweichungen
Stufe 2Anforderungen nur teilweise erfülltVerbesserungsmaßnahme erforderlich
Stufe 1Wesentliche Anforderungen verfehltKritische Abweichung und Eskalation

Diese allgemeine Skala reicht bei messbaren Kriterien noch nicht. Für Liefertreue sollte dein Einkauf beispielsweise schriftlich festlegen, ob pünktlich der bestätigte Termin, das vereinbarte Lieferfenster oder das tatsächliche Bedarfsdatum bedeutet. Erst danach definierst du interne Punktebänder. Dasselbe gilt für Qualitätsmängel und Reklamationen.

Liefertreue und Qualitätsquote berechnen

Eine einfache Liefertreue-Kennzahl ist:

Termintreue (%) = (pünktliche Lieferungen / bewertete Lieferungen) × 100.

Bei 46 pünktlichen Lieferungen von 50 ergibt das 92 %. Die Zahl ist ein Rechenbeispiel, kein Branchenbenchmark. Dokumentiere, ob Teillieferungen, nachträgliche Terminänderungen und Stornierungen einbezogen wurden. Andernfalls können zwei Teams mit denselben Bestellungen unterschiedliche Werte melden.

Für Qualitätsprobleme kannst du eine Reklamationsquote oder eine Fehlerquote pro geprüfter Einheit verwenden. Definiere den Nenner ausdrücklich. Reklamationen je Lieferung und fehlerhafte Teile je Million messen unterschiedliche Sachverhalte. SAP führt mehrere getrennte Qualitätskennzahlen für die Lieferantenbewertung auf.

Was passiert bei fehlenden Daten?

Fehlende Daten sind nicht automatisch null Punkte. Markiere sie als N/V (nicht verfügbar), notiere die Ursache und fordere einen Nachweis an. Ist ein wesentliches Kriterium nicht belegbar, bleibt die Entscheidung offen. Für einen vorläufigen Vergleich kannst du nur die verfügbaren Gewichte neu normieren, musst diesen Eingriff aber klar kennzeichnen. Ein vorläufiger Score darf nicht mit einem vollständigen Score verglichen werden, ohne die Datenlücke zu erläutern.

Wie berechne ich die gewichtete Gesamtpunktzahl?

Die Gesamtpunktzahl ist die Summe aus Punktewert mal Gewicht für jedes Kriterium. Ergeben die Gewichte zusammen 100 %, liegt das Ergebnis bei einer Skala von 1 bis 5 ebenfalls zwischen 1 und 5.

Formel: Gesamtscore = Σ (Kriteriumspunkte × Gewicht in %) / 100.

Beispiel für den fiktiven Lieferanten Musterteile Nord:

4 × 30/100 + 3 × 25/100 + 5 × 20/100 + 4 × 10/100 + 3 × 10/100 + 4 × 5/100 = 3,85.

Ein zweiter fiktiver Lieferant, Musterteile Süd, erhält bei identischen Gewichten die Punkte 5, 4, 3, 3, 4, 2. Daraus ergeben sich 3,90 Punkte. Süd liegt rechnerisch um 0,05 Punkte vorn. Das ist keine automatische Vergabeentscheidung: Prüfe Datenqualität, Mindestanforderungen, Ausfallrisiken und die Relevanz der geringen Differenz.

BewertungskriteriumGewichtung (%)Nord: PunkteNord: BeitragSüd: PunkteSüd: Beitrag
Qualität30 %41,2051,50
Liefertreue25 %30,7541,00
Gesamtkosten20 %51,0030,60
Service10 %40,4030,30
Versorgungsrisiko10 %30,3040,40
Nachhaltigkeitsnachweise5 %40,2020,10
Gesamt100 %3,853,90

Eine mögliche interne Einteilung lautet: A ab 4,20; B von 3,40 bis unter 4,20; C unter 3,40. Das sind bewusst frei gewählte Arbeitswerte. Die Grenzwerte sind weder allgemeiner Industriestandard noch ISO-Vorgabe. Lege eigene Grenzen anhand deiner Anforderungen und Fehlertoleranz fest. Beide fiktiven Lieferanten wären nach dieser Beispielregel B-Lieferanten.

Wie setze ich die Vorlage in sieben Schritten ein?

In sieben Schritten wird aus der Tabelle ein wiederholbarer Einkaufsprozess. Der wichtigste Punkt ist, die Bewertungsregeln vor der Datensichtung zu fixieren.

  1. Lieferanten und Warengruppe abgrenzen

    Lege fest, welche Leistungen, Standorte und Zeiträume vergleichbar sind. Vergleiche nur Anbieter mit ähnlicher Aufgabenstellung.

  2. Muss-Kriterien vorab definieren

    Dokumentiere technische, vertragliche und sonstige zwingende Anforderungen getrennt von der gewichteten Bewertung.

  3. Kriterien und Gewichte abstimmen

    Einkauf, Fachbereich und bei Bedarf Qualität oder IT legen Kriterien fest. Prüfe, dass die Summe der Gewichte 100 % beträgt.

  4. Datenquellen sichern

    Sammle Bestellungen, Wareneingänge, Prüfberichte, Reklamationen und abgestimmte Leistungsnachweise mit Stichtag.

  5. Punkte vergeben und begründen

    Bewerte anhand der vorher festgelegten Skala. Halte bei strittigen Werten den Nachweis und die Begründung fest.

  6. Score berechnen und Ausnahmen prüfen

    Kontrolliere Formeln, Gewichte, fehlende Werte und Muss-Kriterien. Lass knappe Ergebnisse durch einen zweiten Verantwortlichen prüfen.

  7. Maßnahmen und Termin beschließen

    Dokumentiere Freigabe, Verbesserungsplan, Verantwortliche, Fristen und nächste Bewertung. Besprich relevante Ergebnisse mit dem Lieferanten.

Wer sollte die Bewertung freigeben?

Der Einkauf koordiniert Kriterien, Vergleichbarkeit und Lieferantenkommunikation. Der Fachbereich bestätigt, ob die Leistung im Alltag funktioniert. Das Qualitätsmanagement bewertet technische Abweichungen, wenn es beteiligt ist. Das Controlling kann bei wesentlichen Kostenfolgen prüfen. Die tatsächliche Freigabebefugnis richtet sich nach der internen Richtlinie. Notiere eine verantwortliche Person statt nur einen Teamnamen.

Wie oft sollte die Bewertung stattfinden?

Ein sinnvoller Rhythmus richtet sich nach Kritikalität, Lieferhäufigkeit und Auffälligkeiten. Für einen strategisch wichtigen Lieferanten kann eine quartalsweise Auswertung hilfreich sein. Für einen selten genutzten, unkritischen Anbieter reicht möglicherweise eine anlassbezogene Prüfung. Starte eine außerplanmäßige Neubewertung bei gravierenden Qualitätsproblemen, Lieferausfällen oder einer wesentlichen Änderung des Leistungsumfangs.

Welche Nachweise sollte ich mit der Bewertung speichern?

Eine nachvollziehbare Lieferantenbewertung verbindet Punktzahl, Datenquelle und Entscheidung. Ohne Belege bleibt der Score eine Meinung.

DokumentWas es belegtVerantwortlich
Bewertungsmatrix mit VersionsnummerKriterien, Gewichte und ErgebnisseEinkauf
ERP-/WareneingangsauszugMengen und TermineDisposition
ReklamationsübersichtQualitätsabweichungen und BearbeitungQualität
Angebots- und GesamtkostenvergleichVergleichbare KostenbasisEinkauf/Controlling
Prüfbare LieferantennachweiseGeltungsbereich und AktualitätZuständiger Fachbereich
MaßnahmenplanUrsache, Verantwortliche, Termin, StatusEinkauf und Lieferant
FreigabevermerkEntscheidung trotz möglicher AusnahmenFreigabeberechtigte Person

Verknüpfe den Bewertungsdatensatz mit der Lieferanten-ID und einem unveränderlichen Bewertungsdatum. Änderungen an Gewichtungen oder Skalen sollten eine neue Version erhalten. Sonst sieht eine verbesserte Punktzahl möglicherweise nur deshalb besser aus, weil die Bewertungslogik verändert wurde.

Was bedeutet ISO 9001 für die Lieferantenbewertung?

ISO 9001 behandelt in Abschnitt 8.4 die Steuerung extern bereitgestellter Prozesse, Produkte und Dienstleistungen. Wie du Anbieter dafür auswählst, bewertest und überwachst, regelt dein Qualitätsmanagementsystem. Die konkrete Umsetzung hängt vom Geltungsbereich ab, und den genauen Wortlaut der Anforderungen liest du in der aktuellen Normfassung nach. Diese allgemeine Vorlage ist kein Nachweis einer ISO-9001-Konformität und ersetzt keine Prüfung durch die zuständige Qualitätsfunktion.

Bei Nachhaltigkeits- und Menschenrechtsthemen können zusätzliche, auf den Beschaffungsfall zugeschnittene Prüfungen nötig sein. Der IHK-Praxisleitfaden behandelt dabei Zielkonflikte zwischen klassischen Beschaffungskriterien wie Preis, Lieferzeit und Qualität und der Nachhaltigkeit in der Lieferkette. Ob bestimmte gesetzliche Pflichten für dein Unternehmen gelten, lässt sich nicht aus einer Punktetabelle ableiten.

Wie gehe ich mit schwachen Lieferantenbewertungen um?

Eine schwache Bewertung sollte eine konkrete Maßnahme auslösen, nicht nur eine rote Zelle. Ordne jede relevante Abweichung einer Ursache, einer verantwortlichen Person und einem Prüftermin zu.

BefundMögliche MaßnahmeErfolgskontrolle
Wiederholt verspätete LieferungenUrsachenanalyse und verbindlicher TerminplanPünktliche Lieferungen im Folgezeitraum
Erhöhte ReklamationenGemeinsamer KorrekturmaßnahmenplanRückgang gleichartig definierter Fehler
KostenabweichungVergleichbare Gesamtkosten neu prüfenDokumentierter Kostenvergleich
Unklare NachweiseAktuelle Unterlagen anfordern und prüfenNachweis vollständig und gültig
Kritische AbhängigkeitAlternativlieferant oder Puffer prüfenUmsetzbarer Kontinuitätsplan

Vermeide pauschale Sanktionen allein aufgrund eines Durchschnittswerts. Eine einzige schwere Abweichung kann wichtiger sein als mehrere gute Teilnoten. Umgekehrt kann ein vorübergehender Engpass mit einem belastbaren Verbesserungsplan beherrschbar sein. Die Entscheidung sollte Risiken, Abhängigkeiten und tatsächliche Alternativen berücksichtigen.

Wann reicht Excel, und wann ist Software sinnvoll?

Excel reicht, wenn wenige Verantwortliche einen überschaubaren Lieferantenbestand konsistent bewerten und Nachweise zuverlässig ablegen. Die Tabelle ist flexibel, verlangt aber Disziplin bei Versionen, Berechtigungen und Datenpflege.

Eine spezialisierte Lösung kann sinnvoll werden, wenn viele Standorte, Warengruppen und Freigaben beteiligt sind. Typische Anforderungen sind einheitliche Stammdaten, automatisierte Kennzahlen aus Bestellungen, Rollenrechte, Maßnahmenverfolgung und Historie. Die SAP-Hilfe dokumentiert beispielsweise getrennte operative Bewertungskennzahlen und Gewichtungsfunktionen.

Prüfe vor einer Softwareauswahl zuerst, welches Problem du lösen willst: fehlende Daten, uneinheitliche Kriterien, manuelle Freigaben oder unklare Maßnahmen. Eine Software ersetzt weder sinnvolle Gewichte noch fachliche Entscheidungen. Ein funktionierendes Tabellenmodell hilft, Anforderungen an spätere Tools konkret zu formulieren.

Welche Fehler verfälschen eine Lieferantenbewertung?

Nicht vergleichbare Zeiträume: Ein Anbieter wird anhand eines Quartals beurteilt, der andere anhand eines ganzen Jahres. Gleiche den Zeitraum an.

Gewichte nach dem Ergebnis ändern: Ein gewünschter Anbieter gewinnt erst nach Anpassung der Kriterien. Friere die Regeln vor der Bewertung ein und versioniere Änderungen.

Fehlende Daten als null Punkte: Das benachteiligt Anbieter ohne Datenbasis. Kennzeichne Lücken und fordere Nachweise an.

Preis mit Gesamtkosten verwechseln: Ein niedriger Stückpreis kann durch Transport, Ausschuss oder Nacharbeit relativiert werden. Vergleiche dieselben Kostenbestandteile.

Doppelte Kriterien: Wenn Reklamationsquote und Qualitätsbewertung denselben Fehlerbestand mehrfach gewichten, verzerrt das den Score. Prüfe die Unabhängigkeit der Kriterien.

Muss-Kriterien übersehen: Ein Anbieter mit ungeklärter zwingender Voraussetzung darf nicht durch gute Teilnoten automatisch freigegeben werden. Dokumentiere den Ausnahme- und Freigabeprozess.

Keine Folgemaßnahmen: Ein Score ohne Eigentümer und Termin verbessert nichts. Verknüpfe jede kritische Bewertung mit einer Entscheidung.

Häufige Fragen zur Lieferantenbewertung-Vorlage

Was gehört in eine Lieferantenbewertung-Vorlage?

Mindestens Lieferanten-ID, Warengruppe, Bewertungszeitraum, Kriterien, Gewichte, Punkte, Nachweise, Gesamtwert, Verantwortliche und dokumentierte Entscheidung.

Wie gewichte ich Kriterien bei der Lieferantenbewertung?

Lege die Bedeutung der Kriterien vor der Bewertung fest. Die Gewichte müssen zusammen 100 % ergeben. Qualität und Liefertreue können wichtiger sein als der Stückpreis, wenn Ausfälle hohe Folgekosten verursachen.

Welche Formel nutze ich in Excel?

Wenn Gewichte als ganze Prozentzahlen in B2:B7 und Punkte in C2:C7 stehen, berechnet =SUMMENPRODUKT(B2:B7;C2:C7)/100 den gewichteten Score in deutsch lokalisiertem Excel. Prüfe die 100-%-Gewichtssumme separat.

Was ist der Unterschied zwischen Lieferantenauswahl und Lieferantenbewertung?

Die Auswahl prüft, welcher Anbieter für eine künftige Vergabe geeignet ist. Die laufende Bewertung misst zusätzlich, wie ein bestehender Lieferant seine vereinbarte Leistung tatsächlich erbringt.

Muss ich Lieferanten jedes Jahr bewerten?

Es gibt keinen festen Rhythmus für alle. Kritische Lieferanten bewertest du häufiger, etwa quartalsweise oder jährlich, unkritische anlassbezogen. Gibt dein Qualitätsmanagementsystem Intervalle vor, gelten diese.

Erfüllt die Vorlage die Anforderungen von ISO 9001?

Nicht automatisch. Die Vorlage ist ein Arbeitsmuster. Welche Nachweise dein Qualitätsmanagementsystem für die Lieferantenbewertung verlangt, klärst du mit der zuständigen Qualitätsfunktion.

Kann ich die Vorlage als Excel-Datei herunterladen?

Ja, die Vorlage steht oben als Excel- und Word-Datei bereit. Die Formeln aus dem Abschnitt zur Auswertung trägst du in Excel oder Google Sheets selbst ein und prüfst sie mit den Beispielwerten 3,85 und 3,90.

Eine gute Lieferantenbewertung endet nicht bei der Zahl. Sie macht sichtbar, welche Leistung belegt ist, welche Risiken offen sind und wer als Nächstes handelt. Starte mit wenigen relevanten Kriterien und einer dokumentierten Entscheidung. Erweitere die Vorlage erst, wenn deine Daten und Prozesse das tragen.

Quellen und weiterführende Informationen

The Procurement Manager

Deine nächste Kündigungsfrist steht schon im Kalender.

Führe Verlängerungsdatum, Kündigungsfrist und internen Entscheidungstermin getrennt, verteile die Prüfung an Fachbereich, Finanzen und IT und halte die Entscheidung dokumentiert fest, bevor das Zeitfenster sich schließt.

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